hat nach dem Zweiten Weltkrieg eine besondere Geschichte. Zwischen 1946 und 1948 fanden Herbstfeste auf der Theresienwiese statt, da ein richtiges Oktoberfest in der zerstörten Stadt unmöglich war. Diese Feste dienten als Symbol des Wiederaufbaus und der Hoffnung. Trotz Mangel an Ressourcen, wie Dünnbier und begrenztem Platz, strömten die Münchner dorthin. 1949 kehrte das richtige Oktoberfest nach 10 jähriger Unterbrechung zurück, das Ende einer langen Pause und der Beginn eines neuen Kapitels für das weltbekannte Volksfest.
war gebürtige Oberpfälzerin, die nach München geheiratet hatte. So war sie für uns immer die Münchner Oma, die noch dazu ganz nah am Oktoberfest gewohnt hat.
(im Bild in der Mitte im geblümten Kleid)
In der Bayerstrasse wohnte sie in einem Hinterhaus, wie man sich das heute gar nicht mehr vorstellen kann: 2 Zimmer eine winzige Küche, kein Bad. Die Toilette war im Treppenhaus eine Zwischen-Etage tiefer.
Gegenüber wohnte ebenfalls eine ältere Dame und unter den beiden, im Erdgeschoss war eine Schreinerwerkstatt. Ja, da hätte auch der Pumuckl daheim sein können!
Es roch immer nach Öl, das man Kannenweise aus dem Keller in die Wohnung holen musste um damit den Ölofen im Wohnzimmer zu heizen.
dass die Oma fußläufig von der Theresienwiese entfernt wohnte. Denn wir durften uns vor jedem Wiesenbesuch ein Taschengeld dort abholen! Gestärkt mit Kakao und Leberwurstsemmel ging es dann schnellen Schrittes auf die Wiesn, wo wir natürlich nur Karussell fahren wollten.
Ich bin 1969 geboren und hatte nur als Kleinkind mal ein Dirndl zum Wiesnbesuch an…
Erwachsene gingen gut gekleidet im Sonntagsgewand aufs Oktoberfest.
Das Foto oben mit meiner Oma kann ich nur schwer datieren. Es könnte 1938 oder eben ab 1949 gewesen sein. Da man im Hintergrund Frisuren der Männer erkennen kann tippe ich eher auf 1937/38.
Jedenfalls gab es Steinkrüge im Zelt und weit und breit kein Dirndl oder sonstige Trachten.
Ein Foto dass meinen Vater (rechts) mit Freunden im Löwenbräu Festzelt zeigt.
Dresscode: Wieder kein Dirndl und auch keine Lederhosen!
Und natürlich nur im Löwenbräu Festzelt, denn sein Vater arbeitete bei der Löwenbrauerei und es gab bestimmt nicht wenig Biermarken mit denen man sich einen günstigen Wiesenaufenthalt machen konnte.
In meiner Kindheit waren wir immer gut mit Limo von der Brauerei versorgt, es gab quasi nichts anderes.
In meiner Jugend und auch als junge Erwachsene, wäre ich niemals auf die Idee gekommen im Dirndl auf’s Oktoberfest zugehen. Man hätte sehr über mich gelacht.
Jeans, Bluse, Lederjacke, was man halt gerade modisch chic fand, war auf der Wiesn zu sehen.
Erst in den 1990ern als der sogenannte Landhausstil modern wurde, sah man etwas ähnliches wie ein Dirndl. Damals war es sehr modern, Röcke aus bedruckten Mehlsäcken oder ähnliches, im trachtigen Stil zu tragen.
Dieser Trend hielt einige Jahre an und wurde dann langsam von Dirndl und Lederhose abgelöst.
Seit dem hält sich dieser Modestil auf Volksfesten, Dulten und dem Oktoberfest.
Wenn man Dirndl und Lederhose als traditionelle Kleidung des Oktoberfests betiteln möchte, dann ist diese sehr junge Tradition etwa 25-30 Jahre alt.
T-Shirts mit lustigen Sprüchen übers Dirndl findest du übrigens hier:
Herzliche Grüße,
Andrea
1969 in München geboren und aufgewachsen
Kein Mehrwertsteuerausweis, da Kleinunternehmer nach §19 (1) UStG.